Christen pro Ethik (CpE)


Danksagung für Karl Martin

Dr. Karl Martin, Pfarrer i.R. und Vorsitzender des Dietrich-Bonhoeffer-Vereins ist am 29.9. 2014 nach kurzer, schwerer Krankheit heimgegangen – in dieser schweren Zeit liebevoll begleitet durch seine Frau Rosemarie Daser-Martin.

Wir alle, die wir in dem für alle Jugendlichen verpflichtend gemeinsamen Schulfaches Ethik eine Förderung des gedeihlichen Zusammenwirkens von Gesellschaft und Religion/Weltanschauung sehen, haben ihm zu danken.

Persönlich und als Vorsitzender des Dietrich – Bonhoffer-Vereins hat er sich nicht nur in der Volksabstimmungsphase in Berlin 2008-2009, sondern grundsätzlich für dieses gemeinsame Fach für alle Schüler_Innen - (und auch vehement für den Erhalt dieser web-seite) eingesetzt. Das war für einen in der westdeutschen Umwelt entstandenen Verein und für einen dort lange gelebt und gewirkt Habenden eher ungewöhnlich und leider auch fast einmalig.

Es ergab sich für Karl Martin aus der von Dietrich Bonhoeffer übernommenen Einsicht: Kirche wird nur noch sein, wenn sie Kirche für andere ist. Dieser Überzeugung fühlte sich Karl Martin mit Hingabe verpflichtet. Das führte ihn zu Schlussfolgerungen für die Gestalt der Kirche in der Gesellschaft von heute: dass sie ohne Privilegien auskommen soll, dass sie sich beteiligen aber nicht bestimmen darf.

Ein solcher Verzicht auf Größe erscheint vielen als Verzicht auf Wirkung. Nicht so Karl Martin: Es entsprach seinem starken Herzen, einerseits wie ein wortmächtiger Reformator für eine Änderung zu predigen und gleichzeitig mit sanftem, fast kindlichem Gemüt zu werben und vorzuleben, dass gelingendes Leben, ein Leben für andere ist, wie eben sinnvolle Religion/Weltanschauung, eine für andere ist.

Das schien bei ihm nicht nur tiefe Überzeugung sondern kam aus einer an ihm offenbaren Erfahrung eines Ruhens in dem Geheimnis, das alle Menschen umfängt und zu dem er ganz persönlich Du sagen konnte - das ihn nun umfangen möge als bleibendem Zuhause.

                              Josef Göbel und Ruth Priese am 6.10.2014 



nach dem Volksentscheid 2009

Auch nach dem Volksentscheid arbeiten Christen pro Ethik im Rahmen des »Bündnisses Pro Ethik«

für eine qualitative Verbesserung des Ethikunterrichtes in Berlin und
für eine gute Lehrerqualifizierung.

Ein besonderes Anliegen ist es ihnen dabei,

dass religionskundliches Basiswissen in den Ethikunterricht integriert wird und dass achtsame Beziehungen zwischen SchülerInnen und Lehrkräften im Ethikunterricht gefördert werden.

In dem »Bündnis Pro Ethik« kooperieren neben uns die verschiedensten gesellschaftlichen Gruppierungen und Parteien Berlins.Das Bündnis arbeitet derzeit an einer Bestandsaufnahme des Ethikunterrichts in Berlin und an seiner Weiterentwicklung. U.a. über das »Dialogforum Ethik« auf der Web-Seite www.proethik.info ist jede und jeder gebeten,sich an diesem Diskussionsprozess zu beteiligen. (Auch über den Bildungsserver Berlin-Brandenburg sind Infos über das Fach, Fachbriefe, Erfahrungsberichte und mehr einzusehen.)

Auf der Tagesordnung der Christen pro Ethik stehen nun aber nicht nur Themen, die sich mit der Unterrichtsproblematik dieses Schulfaches befassen. Darüber hinaus wollen wir auch die übergreifenden Fragen nach einem veränderten Selbstverständnis unserer christlichen Kirchen in der multireligiöser werdenden Zukunft bedenken, etwa die Fragen:

Wie kann das Positive des christlichen Erbes allen Menschen zugute kommen? Wie wird es auch für diejenigen Menschen zugänglich, die keiner religiösen Gemeinschaft angehören?