Theologische und anthropologische Reflexionen

Berlin, im Mai 2012

 

 Entwurf  (J. Göbel und R. Priese – Christen pro Ethik - 23.5.2012)

Absender:

Christen pro Ethik

Bündnis pro Ethik?

Werkstatt Religionen und Weltanschauungen?

Einzelpersönlichkeiten

-------?

An die Senatorin

für Bildung, Jugend und Wissenschaft

Frau Sandra Scheeres

10178 Berlin

Bernhard-Weiß-Str.6

Einrichtung von Räumen der Stille in den Berliner Schulen

Sehr geehrte Frau Senatorin,

die langen juristischen Auseinandersetzungen über einen Gebetsraum für einen muslimischen Schüler am Diesterweg-Gymnasium im Stadtteil Berlin-Wedding sind scheinbar beendet. Sie haben u.E. jedoch einen Mangel im Alltag unserer Kinder und Jugendlichen in den Schulen und Kindergärten bewusst gemacht, den wir hiermit ins Blickfeld rücken möchten:

Kinder und Jugendliche haben in der Regel in ihrem Leben im Öffentlichen Raum der Schulen und Kindergärten so gut wie keine Gelegenheit, sich allein und in Stille zu besinnen, bzw. Erlebtes emotional zu verarbeiten, u.U. auch: nicht dem Verhalten Anderer ausgesetzt zu sein.

Wir bitten Sie deshalb hiermit, zusammen mit geeigneten Verantwortlichen aus den Schulen und Kitas und aus der Schulverwaltung unserer Stadt zu prüfen, ob die multireligiöse und die pädagogische Situation an den Schulen es sinnvoll und angemessen erscheinen lässt, kurzfristig in einigen - , langfristig in  a l l e n  Schulen und Kindergärten die Einrichtung eines kleinen neutralen Raumes anzustreben, welcher in den Pausen von jedem Kind oder Jugendlichen genutzt werden könnte.

In der notwendiger Weise immer entstehenden Unruhe einer Gruppen-, Klassen- und Kita-bzw. Schulgemeinschaft, in welcher sich die Kinder und Jugendlichen halbtags und oft auch ganztags befinden, ist erfahrungsgemäß das Bedürfnis nach Ruhe sehr groß. Ein Ort im Schul- oder Kitagebäude, in welchem in einer – oder in allen - Pausen nicht gesprochen wird, würde u.E. sowohl den psychohygienischen Notwendigkeiten als auch  wie auch immer gearteten religiösen Bedürfnissen von entsprechend sozialisierten Kindern und Jugendlichen sehr entgegenkommen. Eine Aufsicht – in den Schulen aus Jugendlichen der höheren Jahrgänge, in den Kitas vielleicht aus der Elternschaft?  – , welche auf das Einhalten des Schweigens achtet, müsste u. E. bei gutem Willen zu organisieren sein. Eine Zwölfjährige, befragt, was sie zu einer solchen Einrichtung meine, antwortete z. B.  „Ach, das wäre ja schön, dann könnte man auch ´mal weinen, ohne dass einen die Anderen auslachen!“)

 Es ist uns bewusst, dass die räumliche Situation in vielen Schulen derzeit einen solchen Raum einfach nicht hergibt. U.E. wäre es für viele Kinder und Jugendlichen aber schon hilfreich, wenn in einigen Schulen, die diesen Raum haben, ein solcher Raum der Stille – vielleicht als Modell – schon eingerichtet würde und Erfahrungen damit den übrigens Schulen und Kitas zugänglich gemacht würden.

 

In der Hoffnung auf Ihr Verständnis oder gegebenfalls die Weitergabe unserer Bitte an eine(n) entsprechenden MitarbeiterIn Ihrer Verwaltung und

mit besten Dank für Ihr  Bemühen im Voraus

 

Unterschriften

 

 

Berlin, 05. April 2012

"Neues von Gott"

 

Berlin, 1. Juli 2009

Auf dem Weg zu einer Gemeindekirche im Horizont der Universalkirche

Statement für das Gespräch der „Christen pro Ethik“ mit Präses Andreas Böer und Generalsuperintendent Ralf Meister

Dr. phil. Karl Martin

Die Diskussion um die Kampagne „Pro Reli“ im Vorfeld des „Volksentscheids über die Einführung des Wahlpflichtbereichs Ethik/Religion“ in Berlin am 26. April 2009 hat deutlich werden lassen, dass es unter evangelischen Christen verschiedene Auffassungen über das Wesen von Kirche gibt. Wir halten es für sinnvoll, wenn diese verschiedenen Auffassungen miteinander ins Gespräch kommen. weiterlesen

 

Religionskundliche Basiskompetenz für alle

 

Lic.theol. Josef Göbel, in: Dahlemit, Zeitschrift für Theologen der FU, 9/2009

Von einigen kirchlichen Kreisen wird die alte Berliner Regelung, dass Religionsunterricht reines Wahlfach ist, als Nachteil angesehen, den man jetzt im Zuge des Volksbegehrens aufheben möchte. Könnte es nicht sein, dass sich dieses Bemühen als kontraproduktiv für eine neue, vielleicht einzig mögliche Präsens der Religion in der Öffentlichkeit von Heute erweisen würde? weiterlesen

 

Berlin, 24. April 2010

Anthropologische Reflexion von Ruth Priese

(nach einem Beitrag auf der Veranstaltung der Christen pro Ethik am 24.4.2010 in der evgl. Kirchengemeinde Berlin-Baumschulenweg zum Thema „Wie können wir nachhaltig leben lernen?“)

Es gibt viele Gründe in der Seele von Menschen, die sie und uns daran hindern, uns  einzusetzen für nachhaltiges Leben und daran, solches selbst  zu praktizieren.
Ich möchte gern einige davon näher beleuchten, damit wir weniger in Appellen an uns selbst und an andere stecken bleiben. weiterlesen